Exkursionsbericht Leipzig
Am 22.01.2026 fuhren wir, der Jugendchor des Clara-Wieck-Gymnasiums, zusammen mit Herr
Voigtländer und Frau Fischer, im Rahmen des Jahres der jüdischen Kultur nach Leipzig.
Wir starteten den Tag bereits auf der Fahrt musikalisch mit dem jüdischen Choral „Shalom
Aleichem“, zu deutsch: Friede sei mit euch!
Dieses Lied sollte uns den gesamten Tag über begleiten und sowohl vor dem Gewandhaus auf
dem Augustusplatz in Leipzig, als auch in einer jüdischen Synagoge als Abendgebet erklingen.
Nach einer 1,5-stündigen Busfahrt kamen wir nun zunächst am Gewandhaus Leipzig an, wo wir
sogleich vom Leiter des Gewandhauschores, Gregor Meyer, begrüßt wurden.
Bereits das Foyer beeindruckt seine Besucher mit einem Deckengemälde, das zu den größten
Europas zählt, sowie mit seinen unregelmäßig angeordneten Treppen. Unser Weg führte uns
anschließend in den großen Konzertsaal. Dieser überzeugt nicht nur mit seinen rund 1900
Sitzplätzen und deren Anordnung im Stil eines Amphitheaters, sondern auch mit seiner gewaltigen
Orgel. Diese ist eine der größten Konzertorgeln Deutschlands und verfügt über ganze 6.845 fest
verbaute Orgelpfeifen.
Ab 10:00 Uhr fand eine Generalprobe zweier Werke mit stark jüdischem Zusammenhang statt, die
wir besuchen durften. Für ein Konzert waren die 1. Sinfonie von Paul Ben-Haim sowie „Avodath
Hakodesh“ von Ernest Bloch ausgewählt worden. Ich kann jedem nur empfehlen, sich diese oder
andere Werke einmal im Gewandhaus Leipzig anzuhören und über die Professionalität der
Musiker zu staunen.
Nach dieser Probe gingen wir zu dem nur wenige Minuten entfernten Wohnhaus von Felix
Mendelssohn Bartholdy. Dieser war, wie wir erfuhren, nicht nur Komponist und Musiker in Leipzig,
sondern prägte die musikalische Geschichte der Stadt noch weitreichender. Er gründete die
Hochschule für Musik und Theater als erstes Konservatorium Deutschlands, um jungen
Menschen, Erwachsenen und sogar Frauen den Weg zu musikalischer Weiterbildung zu
ermöglichen.
In seinem Wohnhaus wurde auf drei Etagen ein Museum eingerichtet, das jedoch nicht nur
Mendelssohns eigene Geschichte, sondern auch die seiner Familie, Freunde und seiner eher
unbekannten, aber musikalisch ebenso begabten Schwester Fanny Hensel thematisiert. Leider
verstarb er bereits mit 38 Jahren an einer Reihe von Schlaganfällen.
Die anschließende Zeit bis 17:00 Uhr hatten wir nun die Möglichkeit, auch die Altstadt Leipzigs
selbstständig zu erkunden.
Wir trafen uns schließlich zu unserer Führung in einer jüdischen Synagoge. Eine Frau namens
Julia Merzogitova empfing uns und erklärte, dass diese Synagoge als eine von wenigen den
Zweiten Weltkrieg überstehen konnte. Das augenscheinlich wenig aufregende Gebäude
entpuppte sich von innen als wahre Überraschung. Der hohe Raum mit blauen Wänden und
goldenen Ornamenten sowie einem Altar und Sitzreihen wirkte wie aus einem orientalischen
Märchen, und alle waren sichtlich begeistert. Wir erfuhren, dass die Synagoge erst 1848
wiedereröffnet werden konnte – damals mit nur 17 Mitgliedern – und heute wieder eine Gemeinde
von rund 1300 Mitgliedern bildet.
Nach dieser abrundenden Stunde beendeten wir den Tag mit einem traditionell jüdischen Choral
und gingen müde, aber zufrieden zu unserem Bus zurück, der uns wieder nach Zwickau bringen
würde.
Ich glaube, alle konnten sich an diesem Tag etwas mitnehmen.




