Eine Woche lang waren ukrainische Schüler herzlich willkommen

 

 

Ukr Schüler 1„Wow, das war toll. Das hab´ ich mir schon immer gewünscht“, schwärmte die 15jährige Irena. Sie liebt Autos und interessiert sich vor allem dafür, wie sie gebaut werden. Irena war eine der zehn Gymnasiasten aus Volodymyr-Volynsky, die in der ersten November-woche am Clara-Wieck-Gymnasium (CWG) zu Gast waren. Der von der Stabsstelle Stadtentwicklung initiierte Aufenthalt sah nicht nur die Teilnahme am Unterricht vor, sondern beinhaltete auch Freizeit-aktivitäten wie den Besuch des VW-Werkes in Mosel und der Rosa Loy/Neo Rauch-Ausstellung.

Der ebenfalls zur Delegation gehörende und die 7. Klasse besuchende Vlad gestand, obwohl er gut Deutsch sprechen konnte, einige Schwierigkeiten insbesondere mit der Grammatik ein. „Englisch ist da leichter. So hat die Verständigung, wenn´s mal Probleme gab, auch über Englisch sehr gut geklappt“, meinte der 12-Jährige. Er war wie all seine Schulkameraden von der Größe des CWG und dem tollen Umfeld begeistert. Vlad und Irena fühlten sich schon etwas wie Prinz und Prinzessin als sie erfuhren, dass das CWG einst ein Schloss war. „Da muss jeder das alles ja noch mehr achten und schätzen“, gaben sie den täglichen Nutzern wohlgemeint für die Zukunft mit.

Beeindruckt zeigten sich die ukrainischen Schülerinnen und Schüler auch von der außerordentlichen Gastfreundschaft, Hilfsbereitschaft und Herzlichkeit sowohl am CWG als auch in ihren Gastfamilien. So will Vlad das Tischgebet mit nach Hause nehmen und Irena so manchen Modetipp. „Schade, dass die schönen Naschereien und so manch anderes Angenehme des Alltags zu Ende gehen, aber in bester Erinnerung bleiben werden“, klingt Wehmut an.

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Den CWGlern gefiel „der alters- und klassenübergreifende Teamgeist“, wie es Linus aus der 8/1 ausdrückte. „Der ist bei uns manchmal innerhalb der Klasse leider nicht so stark. Die Offenheit und Herzlichkeit untereinander, das können wir uns durchaus abgucken.“ Lena aus der 7/2 bestätigt für alle die Besonderheit dieses Besuches und die gemachten Erfahrungen. „Das füreinander da sein, sich füreinander interessieren, also jeder für jeden, das war schon imposant.“ Und: „Trotz einiger Sprachprobleme bewiesen sie z.B. in Mathematik und Englisch ihr Können. Einiges lässt sich eben mit reiner Logik erfassen.“ Manche der ukrainischen Gäste spielen auch Instrumente (Cello, Trompete, Klavier) und singen im dortigen Chor. So waren sie besonders erfreut, Gäste der öffentlichen Musizierstunde im Schloss-Saal sein zu können.

Eine Herausforderung für einige Gastfamilien war, das im Aufenthalt integrierte Wochenende plötzlich mal umzugestalten, was aber hervorragend gelang. Denn nicht nur sie, sondern auch das CWG schulterte den Aufenthalt (Übernachtungen in Gastfamilien, komplette Betreuung übers Wochenende) ohne finanzielle Unterstützung allein. Dem gebührt selbstverständlich ein großes Dankeschön!

Der Kontakt zum Gymnasium aus dem gut 1000 Kilometer, nur 15 Kilometer von der Grenze zu Polen entfernten Volodymyr-Volynsky kam zustande, weil dies ebenfalls ein musisch und sprachlich ausgerichtetes Gymnasium ist. Immerhin waren unter den zehn Jungen und Mädchen einige Sieger von Deutsch- und Englisch-Olympiaden und weiteren regionalen Wettbewerben.

 

Am Ende stand bei allen die Erkenntnis: Die geschlossenen Freundschaften sollen Bestand haben. Bei den Lehrern mit dem Zusatz: Die Zukunft, vor allem die politische vor Ort in der Ukraine, wird zeigen, ob und wie der Kontakt z.B.in Form eines Gegenbesuches, weiter bestehen wird. Bei den Schülern: Zukünftig wird weniger ,gesimst´ und ,gewhats-appt´, zumindest wenn es um den Kontakt zu den Ukrainern geht. Da muss die gute alte mail wieder ran, weil diese billiger ist. red