20.03.2026 – Vernissage am CWG

Der Saal verdunkelte sich. 18 Uhr. Ein leises „Tik-Tak”, „Tik-Tak“, durchbrach die Stille und bildete den Auftakt der diesjährigen Vernissage. An den Rändern des Raumes glimmten Taschenlampen auf, flackerndes Licht tastete sich durch den Raum, Geflüster steigerte sich – Schülerinnen und Schüler bahnten sich den Weg zur Mitte, strömten wieder auseinander, formierten sich neu.

„Meine Gedanken sind laut und bunt. Sie schweben und kollidieren, setzen sich neu zusammen. Ich baue Welten aus Möglichkeiten. Alles darf sein, nichts muss bleiben.” 

– Textausschnitt von Julius Arnold

Aus diesem vorerst chaotischen Zusammenspiel von Imaginationen, Licht und Bewegung kristallisierte sich eine Frage heraus: Wie viel kann und soll unsere menschliche Vorstellungskraft leisten? Lässt sie uns träumen und Luftschlösser bauen? Oder hält sie uns in Ängsten gefangen, erschafft Hirngespinste und Zweifel? 

Mittels selbstgeschriebener Texte wurde das Publikum mitten in diese Gedankenwelt geführt. Texte über Zukunftsängste, Selbstzweifel, Orientierungslosigkeit und das menschliche Zusammenleben – Themen, die viele unserer Generation bewegen und oft unbeantwortet zurücklassen. 

Doch wie kann man mit dieser Ungewissheit umgehen? 

Vielleicht mit Fantasie? Mit Hoffnung? Mit Kreativität? Mit Vorstellungskraft?

Unter dem Motto „Imagine” hat sich unser Leistungskurs Kunst 12 über vier Halbjahre hinweg intensiv mit diesen Fragen auseinandergesetzt. Inspiriert von Literatur, Musik und bildender Kunst entstanden vielfältige Arbeiten aus den Bereichen Grafik, Malerei, Collage und Plastik. 

Mehr als hundert ausgewählte Werke wurden im Rahmen der Ausstellung präsentiert und konnten von den Besuchenden in einem Rundgang entdeckt werden.

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der eigens entwickelten Eröffnungs-Performance. Über mehrere Wochen hinweg entstand sie in einem offenen, kreativen Prozess: Durch Bewegungsübungen und Schreibimpulse näherten sich die Schülerinnen und Schüler dem Thema „Imagine”. Dabei waren die persönlichen und individuellen Beiträge unverzichtbar. 

Ebenso einmalig zu sehen, waren die Einzelprojekte unseres Kurses. In eigenständiger Arbeit – teils allein, teils in Zweiergruppen – entstanden Installationen und fotografische Inszenierungen.

Die Ausstellung bot darüber hinaus Raum für Begegnung und Austausch: Zwischen den Besuchenden und Kunstschaffenden bestand die Möglichkeit ins Gespräch zu kommen und sich über die Kunst auszutauschen.  

Einen besonderen Dank gilt allen Mitwirkenden, die diesen Abend möglich gemacht haben: Gabriele Bocek vom Mondstaubtheater für die Entwicklung der Performance, unsere Leistungskurslehrerin Frau Adolphs, die uns von Anfang an im Prozess begleitet und unterstützt hat, dem Technikteam – Nele, Sally, Linda und Marlis – sowie der Lichttechnik und Frau Hain mit dem Kunstleistungskurs der Jahrgangsstufe 11. 

Ebenso danken wir dem interessierten Publikum, das diesen Abend mit Leben gefüllt hat.

Text: Paloma Kaatz JGST 12