Ein besonderer Tag für unsere Schule: Der 12. Mai 2019 (Sonntag). Heute brachen eine Delegation, bestehend aus 10 SchülernInnen und 2 Lehrerinnen, sowie 4 Männer von der Stadt Zwickau nach Volodymyr-Volynsky auf. In 2 Kleinbussen fuhren wir in unserer Partnerstadt in den Westen der Ukraine um an einem 1 wöchigem Schüleraustausch teilzunehmen.

Nach einer über 12 Stündigen Fahrt durch Polen, erreichten wir das Oleksandr-Tsynkalovskiy-Gymnasium wo wir von Vertretern der Schule, den gastgebenden Familien sowie einiger Vertreter der Stadtverwaltung in Empfang genommen wurden. Ohne große Umstände wurden wir unseren Gastkindern vorgestellt und fuhren nach weniger als einer halben Stunde zu unserer zeitweise neuen Familie. Anfängliche Schüchternheit und Ängste wurden schnell überwunden und wir wurden alle herzlich begrüßt. Nachdem das eigene Zimmer bezogen wurde, gab es Abendessen, der erste Einblick in die Ukrainische Kultur. Das Abendprogramm gestaltete sich in jeder Familie unterschiedlich: nach dem Essen gemeinsames Tee trinken, Gesprächsrunden über beide Familien, kurze Führungen durch die Stadt oder man war so erschöpft von dem Tag, dass man ins Bett ging.

ukaine2 Der nächste Tag war wohl für alle Beteiligten der aufregendste. Um 8 Uhr trafen wir uns in unserem gemeinsamen Zimmer, welches wir im Gymnasium bereitgestellt bekommen hatten. Schon auf dem Schulhof trafen sich einige von unserer Delegation und gespannt wurden die ersten Erfahrungen des vergangenen Abend erzählt. Nach einem kurzen Schulrundgang durch die Grundschule und das Gymnasium, welche auf demselben Grundstück nebeneinander stehen, konnten wir den Schuldirektor Herrn Romaniuk treffen, der bei einer kleinen Pressekonferenz uns Informationen über die Schule gab. Zudem wurden die von uns mitgebrachten Schulbücher überreicht, mit denen die Kinder hier Deutsch lernen. 9:40 Uhr startete der erste Unterricht in der 6. Klasse bei Frau Natalia Dymytriuk. Die Schüler freuten sich sehr über unseren Besuch und gemeinsam lerntenwir uns durch einfache Spiele besser kennen und halfen ihnen beim aussprechen unserer Sprache. Die folgende Stunde verbrachte jeder mit seinem Gast Kind, entweder im Unterricht oder im angrenzenden Park. Vor dem gemeinsamen Mittagessen in der Schulmensa besuchten wir erneut einen Deutschunterricht, diesmal bei Frau Julia Kyrychuk (die zudem die Gastmutter eines Schülers von uns war) und ihrer 8. Klasse. Auch hier spielen wir einige Kennenlerne-Spiele, welche sich in der kommenden Woche mehrmals wiederholten. 14:00 Uhr war der Schultag für uns beendet und wir besuchten einige Sehenswürdigkeiten wie das Frauenkloster in Zymne, einige Kirchen, sowie die Musikschule und den Heldenplatz, das Zentrum der Stadt. Volodymyr-Volynsky ist eine mittelgroße Stadt in der alles eher altmodisch und sehr einfach gehalten ist, ein starker Kontrast zu unserer Innenstadt. Ab 18:00 Uhr trennen wir uns und jeder ging mit seinem Gast Kind einem individuellen Abendprogramm nach.

Der Dienstag brachte schon eine Art Routine mit sich: Von 8 Uhr bis 13 Uhr Unterricht (dieser beschränkte sich hauptsächlich auf Deutsch und Englischstunden), danach eine Stunde Mittagessen und im Anschluss das Nachmittagsprogramm. Heute durften wir den Bürgermeister kennenlernen, der bei einer Pressekonferenz mit anschließendem Fototermin zu uns sprach. Danach konnten wir spontan ein Konzert in der Musikschule besuchen.

Am 15. Mai konnten wir zuerst den Weltliteraturunterricht besuchen, wo wir dem typisch-ukrainischem Unterricht folgen konnten. Auch wenn wir sprachlich nichts verstanden haben, war es sehr interessant und erneut waren wir von dem Schulsystem fasziniert. Die Klassen bestehen meist aus 15 Schüler/innen. Der Unterricht wird viel lockerer geführt, wodurch es jedoch auch lauter ist, zudem benutzen fast alle Schüler/innen ihr Handy legal. Der technische Umgang mit dem Computer ist normal und fast der gesamte Unterricht ist darauf aufgebaut, so wird auf einem Fehrnseher oder einer Leinwand meist das Tafelbild geworden, ein Video geschaut oder Lernspiele gespielt. Nach dem Mittagessen mussten wir zum heutigen Termin eine Viertelstunde laufen. Wir besuchten eine Frau, die sich mit dem Filzen von Kleidung und Schmuck selbständig gemacht hat. Wir versammelten uns um den großen Tisch in ihrem Arbeitszimmer und nachdem jeder etwas Filz bekommen hatte, zeigte sie uns, wie man eine Ansteckblume herstellt. Sie selber hat natürlich Ukrainisch gesprochen und die Deutschlehrerinnen die uns schon die restlichen Tage begleiteten, übersetzen für uns. Es war eine sehr lustige und lehrreiche Erfahrung, die wir als Geschenk mit nach Hause nehmen durften. Die nette Frau hatte sogar Kuchen für uns gebacken, den wir danach gemeinsam in ihrem Wohnzimmer aßen. Sie zeigte uns auch noch ein paar Fotos ihrer beiden Töchter, die für ihre Kleidung als Model dienten.

Der 5. Tag unserer Reise war verregnet und grau. Wir hatten wir wie gewohnt von 8.00 Uhr bis 12.25 Uhr Unterricht im Oleksandr- Tsynkalovskiy- Gymnasium und danach ein warmes Mittagessen in der Mensa. Der erste Teil des Nachmittagsprogramms startete um 14 Uhr in den Räumlichkeiten der Schule. Dort fand eigens für uns Gastschüler ein Kurs von Frau Oksana Bilyk im Eierzeichnen statt (das sagt man in der Ukraine – statt „Ostereier bemalen“) und das funktioniert wie folgt: Man hat ein ausgepustetes Ei und erhitzt in einer Art Feder Bienenwachs über einer Kerze. Mit dem geschmolzenem Bienenwachs zeichnet man danach feine Linien auf das Ei und taucht es, wenn das Wachs getrocknet ist, zuerst in Essig und dann in Farbe. Ist das Ei eingefärbt und getrocknet, zeichnet man die nächsten Linien mit Wachs darauf, färbt es wieder ein und so weiter. Am Ende hält man das Ei über eine Kerze, streicht das schmelzende Wachs mit einem Tuch ab und übrig bleibt ein gefärbtes Ei mit bunten Linien und Mustern. Gegen 16 Uhr und mit einem Dutzend bezeichneter Eier im Gepäck, fuhren wir in unseren Kleinbussen aus der Stadt heraus zum Stravinskiy- Museum. In einer Führung durch das Museum, welches früher einmal das Wohnhaus Stravinskiys´ war, bekamen wir einen interessanten Einblick in das Leben des Künstlers und seine Werke.

Am Freitag, den 17. Mai, war unser letzter Tag im ukrainischen Gymnasium und somit auch unsere letzte Gelegenheit, die neu gewonnenen Freunde aus der Schule zu sehen. Am Vormittag gab es eine spontane Planänderung, die uns etwas Zeit zur Verfügung stellte um in die Stadt zu gehen und Souvenirs für Familie, Freunde oder einfach für uns selbst zu kaufen. Möglichkeiten dafür gab es reichlich – ein großer Markt mit vielen Ständen, ein Kaufhaus und kleine Süßigkeitenläden mit traditionellen Teigwaren. Nach dem gewohnten Mittagessen im Gymnasium liefen wir in die Innenstadt zum Heldenplatz und dem sich dort befindenden Kino, in welchem die besten Schüler und Lehrer im Rahmen eines kleinen Festes ausgezeichnet wurden. Anschließend besuchten wir noch die Kunstschule von Volodymyr-Volynsky. Anfangs bekamen wir eine kurze Führung durch die Schule und später konnten wir selbst künstlerisch tätig werden unter der Leitung von Tetiana Omelchenko und Inna Harholl. Dabei bastelte jeder von uns eine kleine Puppe– ein Talisman, in Form eines Engels.

Für den Samstag Morgen und Vormittag gab es ein individuelles Programm. Man konnte beispielsweise von 11:30 Uhr bis 12 Uhr an verschiedenen Stadtrundgängen teilnehmen und von 12 Uhr bis 13 Uhr fand eine Schnitzeljagd für Jugendliche statt. Zentrum aller Aktivitäten war dabei der Heldenplatz, auf welchem schon am Morgen die ersten Vorbereitungen für das Europafest am Nachmittag liefen. Mittag- und Abendessen gab es gemeinsam mit allen Reiseteilnehmern und einigen Vertretern der Stadt Volodymyr im Restaurant „Fürstin Olga“- eines der besten Lokale der Stadt. Ab 15 Uhr fand dann das Europafest im Kino am Heldenplatz statt, wobei nicht nur unsere Delegation aus Deutschland, sondern auch eine Delegation aus Polen teilnahmen. Das Programm war vielseitig und interkulturell, es wurden Lieder in verschiedenen Sprachen vorgetragen und traditionelle Tänze präsentiert. Nach dem Abendessen bestand noch die Möglichkeit, den letzten Abend mit den ukrainischen Jugendlichen in der Disco im Kino zu verbringen und damit der Woche einen krönenden Abschluss zu geben.

Um 5 Uhr am Sonntag Morgen traten wir schließlich mit gepackten Koffern voller neuer Eindrücke und einmaliger Erfahrungen die Heimreise an. Der Abschied viel uns ebenso schwer wie den ukrainischen Familien und alle stimmten zu, dass die Woche viel zu kurz und noch dazu viel zu schnell vorbei gewesen war. Denn über etwas mehr als 7 Tage hinweg waren wir zu einer Art großen Familie zusammengewachsen. Aber dank den Erfindungen des 21. Jahrhundert konnte man auch über 1120 Kilometer hinweg in Kontakt bleiben und selbst wenn sich der Kontakt irgendwann verlieren sollte – die Erinnerungen an diese Reise bleiben unvergesslich.

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Frau Dressel FL für Russisch und Geographie



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